Ketamininfusion - und dann? Überlegungen zur Langzeit-Behandlung

Die Therapie mit Ketamininfusionen bei chronischen Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen, post-traumatischer Belastungsstörung. Fibromyalgie, chornischen Schmerzen oder Morbus Parkinson ist sehr erfolgversprechend. Viele Patienten wenden sich an die Ärzte, die eine solche Therapie anbieten und oftmals haben die Patienten einen langen Krankheitsverlauf hinter sich. Große Hoffnungen werden in die Therapie mit Ketamin gesetzt.

Die Therapie mit Ketamin bring bei einem Großteil der Patienten eine sofortige und deutliche Besserung des Zustandes. Aber eines ist nicht zu vergessen: Wie jedes Medikament wirkt auch die Therapie mit einer oder mehrerer Ketamininfusionen nicht ewig, sondern muss erneuert werden.

Wie lange die Wirkungsdauer bei dem einzelnen Patienten ist, kann man im Vorhinein nicht abschätzen. Man muss es ganz einfach ausprobieren. Es gibt Berichte aus der Literatur, dass bereits eine einzelne Infusion mehrere Monate anhalten kann (Ketamininfusion: Ein Lichtblick). Auch wir kennen Verläufe, bei denen Patienten sich dann zur Dauertherapie alle paar Wochen vorstellen und damit gut durch den Alltag kommen. Ein entsprechender Verlauf wurde auch gerade Anfang 2018 in einer Fachzeitung publiziert mit einer Behandlung über insgesamt 10 Monate mit einem anhaltend positiven Verlauf, der jedoch Infusionen im Abstand von 1-2 Wochen erforderte (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29372569). Ehrlicherweise muss man aber auch die andere Seite benennen, denn es gibt auch Patienten, die bis zu 6 Ketaminfusionen erhalten und nur geringe oder gar keine Besserung verspüren - oder bei denen die Wirkung immer nur ein paar Tage anhält.

Ketamininfusion - wie weitermachen?

Ob die Ketamintherapie auch auf lange Sicht erfolgversprechend ist, hängt dann von vielen Faktoren ab:

  • Wie gut wirkt die Behandlung?
  • Wie lange hält der Effekt an?
  • Welche Wirkung ist ausreichend, damit der Patient zufrieden ist?
  • Wie können die Kosten übernommen werden?

Grundsätzlich ist dabei jeder Patient anders. Nicht nur in der Wirkung der Ketamininfusion. Sondern auch in der individuellen Situation bezüglich der Erwartungen und der Möglichkeit, die Kosten einer langfristigen Behandlung zu tragen. Realistisch ist, dass eine Langzeitbehandlung mit einer Infusion pro Monat zu einem Ergebnis führt, dass für die Patienten als gut wahrgenommen werden kann. Aber auch da sind die Erwartungen sehr unterschiedlich. Für manche Patienten reicht es bereits aus, dass die störenden Selbstmordgedanken durch die Ketamintherapie sehr wirkungsvoll behandelt werden können. Andere können durch die Stimmungsaufhellung ihren Alltag wieder besser bewältigen und sind deshalb zufrieden. Wieder andere sind jedoch enttäuscht, wenn sie feststellen, dass eine Ketamininfusion bei Ihnen keine Wunder vollbringt und eine Langzeitbehandlung entsprechende Kosten mit sich bringt.

Wir besprechen daher die Therapie, die Wirkung und die Optionen für eine Langzeitbehandlung individuell mit jedem Patienten, um eine gute Lösung zu finden. Leider ist die Therapie sehr aufwendig und verlangt viel Erfahrung. Daher sind die Kosten für die einzelne Infusion mit Ketamin immernoch zwischen 100 und 200 Euro anzusetzen und lassen sich auch bei vielfacher Anwendung nicht mindern. Das sind natürlich limitierende Faktoren für viele Patienten - dennoch gelingt es immer wieder, mit einer anhaltenden Ketamintherapie angepasst an die individuellen Erwartungen, Erfordernisse und Bedingungen der Patienten eine erfolgreiche Behandlung zu ermöglichen.

 

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