Ketamininfusion: Kritik von Psychiatern und Psychologen

Wir erleben es immer wieder, dass die Ketamintherapie von Psychiatern oder Psychologen kritisch gesehen wird. Das geht sogar soweit, dass Kommentare gegenüber den Patienten fallen wie: "Wenn Sie Ketamininfusionen machen, dann werde ich Sie nicht mehr weiter behandeln!" oder "Dann können Sie sich ja gleich Heroin spritzen!".

Solche Reaktionen sind sehr bedauerlich und sagen mehr über den betreffenden Therapeuten aus, als über die Risiken der Ketamintherapie. Fakt ist, dass die Ketamintherapie in der Regel sehr gut vertragen wird und viele Patienten darauf schnell eine spürbare Verbesserung erfahren. Ketamin ist kein Wundermittel, aber Patienten geradezu davon abbringen zu wollen, zeugt von einer allgemeinen Unsicherheit oder Unwissen über die Therapie. Beispielsweise gibt es keinerlei Hinweise darauf, dass eine ärztlich verordnete und überwachte Therapie mit Ketamininfusionen zu einer Abhängigkeit führen kann. Wir sehen sogar eine besondere Chance in der Kombination von Ketamintherapie und Psychotherapie: Ketamin und Psychotherapie - ein gemeinsamer Ansatz.

Es lohnt sich auch ein Blick auf die internationalen Forschungsgruppen und Fachartikel rund um die Ketamintherapie zu werfen, denn diese sind in der absoluten Mehrzahl von Psychiatern verfasst. Auch gibt es etliche Psychiater, die eine Behandlung mit Ketamininfusionen anbieten, zum Beispiel die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Klinikum Wilhemlshafen in Deutschland oder der Psychiatrischen Universitätsklinik in Basel (Schweiz). In den USA ist die Therapie inzwischen besser bekannt und wird auch dort von Psychiatrischen Universitätskliniken angeboten, beispielsweise von der Universität Utah oder der Universität von Cinncinati. Auch in England wird die Therapie von Psychiatern angeboten, beispielsweise im Warneford Hospital.

Der Chef Institutes für Psychopharmacology an der Universität von Bangalore in Indien, Prof. Andrade (Psychiater) , schreibt 2017 in einer Übersichtsarbeit zur Ketamininfusion: "Although big data on ketamine are presently unavailable, the drug holds promise in the treatment of depression, especially refractory depression." oder auf deutsch: "Obwohl noch keine großen Datenmenge über Ketamin verfügbar sind, ist das Medikament vielversprechend für die Therapie von Depressionen, speziell für therapiefraktäre (d.h. kaum behandelbare) Depressionen".

Natürlich - und das versteht sich von selbst - sollte die Ketamininfusion nur nach sorgfältiger Prüfung und Besprechung mit dem Patienten erfolgen. Es gibt auch durchaus Patientengruppen, die nicht für eine Ketamintherapie geeignet sind - zum Beispiel solche mit akuter Suizidalität oder mit einer aktuellen Medikamentenabhängigkeit. Deshalb aber eine Therapie grundsätzlich abzulehnen, ist auf jeden Fall falsch.

Alles in allem kann man sagen: die Behandlung mit Ketamininfusionen ist noch relativ neu und wird vermutlich deshalb von vielen (noch) misstrausich betrachtet. In anderen Ländern ist man bereits weiter und dort wird die Therapie von Psychiatern bereits breiter angewandt. Wir hoffen, dass sich die Therapie auch in Deutschland weiter verbreiten wird und dass in Zukunft auch Psychiater in Deutschland ihren Patienten diese Therapie anbieten - gerne auch in Kooperation mit uns oder einem anderen Arzt in Deutschland, der bereits Ketamininfusionen anbietet. 

 

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