Ketamininfusion bei Zwangsstörungen

Kann eine Ketamininfusion auch eine Alternative bei einer vorliegenden Zwangsstörung sein? Diese Frage stellten sich Wissenschaftler, nachdem sich herausgestellt hatte, dass Ketamininfusionen eine gute antidepressive Wirkung haben. Grundlage für die Überlegung, ob Ketamininfusionen auch bei Zwangsstörungen wirken, ist die Erkenntnis, dass bei Zwangsstörungen eine gesteigerte Glutamat-Aktivität in verschiedenen Hirnstrukturen festgestellt werden kann. Bei Patienten mit einer Zwangsstörung lassen sich teilweise auch genetische Veränderungen finden, die für eine abweichende Glutamat-Wirkung verantwortlich sind.

Ketamininfusion und Zwangsstörung - eine logische Anwendung

Da Ketamin im Gehirn die sogenannten NDMA-Rezeptoren blockiert, die zur Glutamatwirkung im Gehirn erheblich beitragen, ergibt sich schnell der Verdacht, dass bei einer zu starken Glutamat-Wirkung - wie bei der Zwangsstörung oft vorhanden - eine gute Wirkung durch eine Ketamininfusion ergeben kann. Bereits im Jahr 2013 wurde dazu in den USA eine Studie veröffentlicht. Wisenschaftler der Columbia Universität und des Psychiatrischen Insitutes New York haben dazu Patienten mit Zwangsstörung entweder mit einer Ketamininfusion oder nur mit einer Wasserinfusion ohne Wirkstoff behandelt und die Wirkungen untersucht. In dieser Untersuchung zeigte sich bereits während der Infusion, dass die Zwangsstörungen bei Ketamininfusion deutlich gebessert waren. Bei Patienten mit einer Waaerinfusion ohne Wirkstoff konnte das nicht festgestellt werden. Auch eine Woche nach der Infusion hatten 50% der Patienten mit einer Ketamininfusion noch eine deutliche Minderung der Zwangsstörung, während das bei keinem der Patienten mit einer Wasserinfusion gesehen wurde.

Ketamininfusion Zwangsstörung

Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3799067/

Die Effekte zeigen sich anschaulich in der obigen Grafik. Die Schwere der Zwangsstörung wurde mittels eines Score-Systems erfasst (OCD-VAS). In der Grafik sind die Patienten mit Ketamininfusion mit den durchgezogenen Linien markiert und der Verlauf in den ersten 7 Tagen nach Infusion ist aufgezeichnet.

Insgesamt zeigt sich eine gute und schnell einsetzende Wirkung einer Ketamininfusion bei vorliegender Zwangsstörung. Aktuelle Forschung wird weiterhin betrieben, um die Zusammenhänge zu untersuchen. In jedem Fall kann eine Ketamininfusion bei Patienten mit Zwangsstörung eine sinnvolle Therapie-Option sein, insbesondere wenn es sich um ansonsten therapie-resistente Fälle handelt und das tägliche Leben massiv beeinträchtigt ist.

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