Ketamininfusion bei Angststörungen

Die Therapie mit einer Ketamininfusion bei schweren Depressionen ist gut etabliert und wirksam. Aber wie sieht es aus bei Angststörungen oder Sozialer Phobie. Viele Patienten fragen diese Behandlungsmöglichkeit an und ich möchte hier einen aktuellen Überblick über die Situation geben.

Ketamininfusion und Angststörung: Die Studienlage

Es gibt nur sehr wenige Studien, die die Wirkung einer Ketamininfusion bei Angststörungen untersucht haben. Es gibt aber aus den letzten Jahren dennoch einige Daten, die darauf hinweisen, dass eine Ketamininfusion auch bei Angststörungen eine Therapieoption sein kann. Gerade im Jahr 2017 haben Forscher der renommierten Yale-Universität untersucht, wie sich eine einmalige Ketamin-Infusion auf die Punkte-Werte in Angstbezogenen Fragebögen bei Patienten mit einer Sozialen Phobie auswirkt. Die Symptome wurden mit zwei verschiedenen Methoden erfasst und die Ergebnisse waren gut. Bezogen auf den Scorewert im etablierten LSAS-Fragebogen zur Erfassung der Angst zeigte sich eine gute Wirkung bei 33% der Patienten. Bezogen auf einer einfache Schilderung der Angst auf einer Skala von 1-10 zeigte sich sogar ein Rückgang der Angst bei fast 90% der Patienten. Die Forscher sehen daher die Ketamininfusion als eine mögliche Therapie-Option an (Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28849779). 

Zu einem ähnliche Schluss kommt eine Studie von Forschern aus Neuseeland. Hier wurden Patienten mit einer Angst-Störung mit verschieden starke Ketamininfusionen behandelt. Dabei zeigte sich bei 10 von 12 Patienten eine positive Wirkung der Ketamininfusion auf die Angst-Symptome, die zum Teil bis zu einer Woche anhielten - und das obwohl jeweils nur eine einzige Infusion verabreicht wurde. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28441895.

Fallbericht: Fast unglaubliche Wirkung 

Interessant und sehr hoffnungsvoll ist noch ein Fallbericht zum Thema, der von Ärzten aus den USA veröffentlicht wurde. Es handelt sich dabei um eine junge Patientin mit schwersten Depressionen und einer sehr schweren Angststörung. Sie hatte schon auf verschiedenste Therapien kaum eine Wirkung gezeigt und konnte ihr Haus kaum noch verlassen. Allerdings entwickelte sie zusätzlich noch ein Problem mit starken Schmerzen der Halswirbelsäule und musste aus diesem Grund in eine Notaufnahme gebracht werden. Dort erhielt sie zur Schmerztherapie eine Ketamininfusion... und bereits kurz nach der Infusion zeigte sich, dass die Angstsymptome bereits dramatisch gesunken und waren und die Symptome der Depression ebenfalls massiv gebessert waren. Diese Effekte waren sogar 10 Wochen nach der Infusion noch stabil und die Patientin konnte wieder ein normales Leben führen. Sie konnte wieder mehrfach in der Woche selbstständig einkaufen gehen, arbeiten und den öffentlichen Nahverkehr nutzen. Panikattacken hatte sie in dem Zeitraum keine mehr. Quelle: https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27828703.

Ketamininfusion und Angststörung: Bei schweren Verläufen eine Chance

Obwohl die Datenlage noch sehr dünn ist, zeigt sich: Auch bei Angststörungen kann eine Ketamininfusion der Rettungsanker für Patienten sein. 

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